Workshop zum Thema Gegenwartsbaum

Der Abend wurde von Sebastian Schneider in Form eines Workshops zum Thema Gegenwartsbaum und den Denkprozessen der Engpasstheorie (TOC) gestaltet. In komplexen Projekten und Situationen sind auftretende Konfliktursachen nicht immer leicht ersichtlich. Der Gegenwartsbaum kann eine Hilfe sein, da sich mit der Methode Kernursachen von Konflikten aufgedecken lassen und diese anschließend nachhaltig beseitigt werden können. Damit kann der Gegenwartsbaum ebenfalls im Rahmen von Retrospektiven zum Einsatz gebracht werden.

Als Einstieg in den Abend wurden von Sebastian Schneider diverse Grundlagen vermittelt.

TOC ermöglicht es Engpässe in Unternehmen zu finden, wobei das Vorgehen in der Regel 5 Schritte umfasst:

  1. Identifizieren
  2. Ausbeuten
  3. Unterordnen
  4. Stärken
  5. Bei 1 starten

Denkprozesse im TOC:

  • Visualisieren
  • Hinterfragen
  • Implizite Annahmen

Nomenklatur:

  • Ursache
  • Effekt
  • Zwischeneffekt

Notationen:

  • Und-Verknüpfungen
  • Oder-Verknüpfungen

Der Ablauf zur Erstellung eines Gegenwartsbaums umfasst die nachfolgenden Schritte:

  • Definieren des Systems
  • Finden der Stakeholder
  • Auflisten unerwünschter Wirkungen
  • Ursache/Wirkung darstellen
  • Grundursachen finden
  • Über Grundursachen entscheiden

Mit legitimen Vorbehalten, kann der Gegenwartsbaum auf Korrektheit geprüft werden:

  • Level 1: Vorbehalte gegen Entitäten oder deren Beziehungen
  • Level 2: Effekte die im System entstehen können

Siehe im Detail: http://mythinkingprocesses.com/2015/02/04/legitime-vorbehalte/)

Mit Hilfe von Gegenwartsbäumen lassen sich die Ursachen von Konflikten in der Tiefe erarbeiten. Dabei ähnelt das Vorgehen dem der 5-Why-Methode. Es handelt sich dabei um eine Methode im Bereich des Qualitätsmanagements zur Ursache-Wirkung-Bestimmung, welche den Techniken der Root-Cause-Analysis zugeordnet wird. In der Regel betrachtet die 5-Why-Methode nur ein Thema, wohingegen der Gegenwartsbaum diese in Beziehung zueinander setzt. Gegenwartsbäume bilden dabei Teile von typischen Retrospektiven ab.

Typische Retrospektiven sind häufig in 5 Phasen unterteilt:

  • Set the Stage
  • Gather data
  • Derive insights
  • Determine actions
  • Close

Das gesamte Vorgehen beim Aufbau eines Gegenwartsbaumes machte Sebastian Schneider zum Abschluss der Einführung im konkreten Fall am Beispiel eines Autos als System deutlich. Dabei wurden auftretende, unerwünschte Effekte skizziert und entsprechend mögliche Ursachen ermittelt.

Im Rahmen des Workshops haben die Teilnehmer anschließen in zwei Teams selbst Gegenwartsbäume an konkreten Beispielen erstellt. Sebastian Schneider stand beiden Gruppen während der Aufgabe mit Rat und Tat zur Seite, um offene Fragen und Herausforderungen zu klären. Zum Abschluss wurden die erarbeiteten Gegenwartsbäume allen Teilnehmern vorgestellt und die gewonnenen Erkenntnisse ausgetauscht.

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